8. Juni 2017

AKM verzögert durch Wucherkonditionen den Start von Digitalradio in Österreich

Die Verwertungsgesellschaft AKM verlangt von den 11 Hörfunkveranstaltern, die am bundesweiten Digitalradioprojekt teilnehmen, zu Beginn des Sendestarts Mindestentgelte von insgesamt rund zwei Millionen Euro jährlich und nach Erreichen der Ausbauphase 4 rund fünf Millionen Euro. Demgegenüber einigten sich die Hörfunkveranstalter kürzlich mit der die Künstler und Tonträgerhersteller vertretenden LSG auf einen neuen Tarif, der berechnet für elf Sender jährlich 66.000 Euro beträgt.

Die AKM fordert daher Tarife, die das 30- bis 75-fache (!) des Tarifs der LSG betragen. Begründet wird diese absurd hohe Forderung damit, dass solange der Urheberrechtssenat noch nicht über neue Satzungen und Tarife entschieden hat, jene Tarife begehrt werden, die für analoge Privatradios gelten. „Dieser Ansatz ist absurd, weil jeder Haushalt in Österreich über mindestens ein Radio verfügt, während Digitalradios noch nicht stark verbreitet sind. Durch die Forderung der AKM droht nun eine Verzögerung des Starts von Digitalradio um mindestens ein Jahr“, beklagt Matthias Gerwinat, Geschäftsführer des Vereins Digitalradio Österreich.